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Kindergeschichten / Gutenachtgeschichten mit Jonas

Inhalt

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Jonas und das Böse




Schon früh am nächsten Morgen war Jonas´ Märchenopa mit dem Fahrrad vorbeigekommen und hatte wieder einmal Gemüseabfälle aus Omas Küche für Jonas´ Zwergkaninchen vorbeigebracht.
Als es an der Tür schellte, erzählte sein Flunkeropa gerade, dass er sich bei seinem abendlichen Spaziergang durchs Dorf einen Mondbrand geholt habe, da ja gerade Vollmond sei. Lachend rannte Jonas zur Tür.
Dort stand zu seiner Überraschung Mia, ein Mädchen, welches er vom Bolzplatz kannte und die in einer anderen Straße wohnte.
"Hast du Lust, mit mir ein wenig Fußball zu spielen?" fragte sie.
Das brauchte man Jonas nicht zweimal zu fragen.
Mia war zwei Jahre älter als Jonas. Sie war der Ronaldinho unter den Mädchen vom Bolzplatz und würde irgendwann bestimmt einmal die Nachfolgerin von Birgit Prinz, der Weltfußballerin, werden, glaubte Jonas. Das Bayerntrikot schien ihr mittlerweile am Leib festgewachsen zu sein, denn Jonas hatte sie, seit er hier wohnte, noch nie ohne das Trikot gesehen. Auf jeden Fall betrachtete Jonas es als große Ehre, dass sie ausgerechnet ihn als Trainingspartner ausgesuchte hatte.
Eine Stunde köpften, passten, dribbelten, schossen sie, bis sie Durst bekamen.
Mia sagte: "Du kannst mit zu uns kommen, dann weißt du auch, wo ich wohne." Nachdem sie ihren Durst mit einem großen Glas köstlichen, kalten Eistees gelöscht hatten, fragte Mia plötzlich:
"Sollen wir ein wenig fernsehen?" Jonas, für den fernsehen frühestens ab 19.00 Uhr und dann höchstens für eine Stunde erlaubt war, fragte perplex: "Ja, darfst du das denn einfach, ohne deine Eltern zu fragen!"
"Siehst du hier irgendwo Eltern? Die sind beide arbeiten und mein großer Bruder schläft in den Ferien bis mittags, also Kiste an", erwiderte Mia.
Jonas reizte es schon, einmal zu sehen, was denn am frühen Vormittag Kinder so im Fernseher anschauen konnten. Papa und Mama mussten das ja nicht unbedingt erfahren. "Okay", sagte er deshalb neugierig.
Mia schaltete den Fernseher ein und sogleich erschienen sich bekämpfende Trickfilmfiguren, rotäugig, furchtbar anzuschauen, mit Hörnern und allem, was Jonas fürchterlich Angst machte.
"Das ist meine Lieblingsserie", sagte Mia, "Gornot der Dämonenjäger."
Jonas wurde unterdessen vor Furcht immer kleiner in seinem Sessel.
Die Augen zu schließen traute er sich nicht, weil er vor Mia nicht als Feigling da stehen wollte. Furchtbare, grauenhafte 20 Minuten später war es endlich für ihn überstanden. "Sollen wir jetzt weiterbolzen?" fragte Mia zu Jonas Freude, da er befürchtet hatte, dass er noch einen ähnlich schlimmen Film mit ihr anschauen musste. "Ja, sehr gerne", antwortete Jonas erleichtert. Selbst während sie sich den Ball zukickten gingen Jonas die schlimmen Bilder von Gornot, wie er gegen die von Satan ausgesandten Dämonen kämpfte, nicht mehr aus dem Kopf.
"Glaubst du, dass es so etwas wirklich gibt", rief er Mia zwischen zwei Flachpässen zu. "Na klar, rief sie zurück, "ich weiß sogar, wo der Satan wohnt." "Du weiß, wo diese furchtbare Gestalt wohnt?" fragte Jonas nach. "Glaubst mir wohl nicht, also gut, komm mit, ich zeig´s dir", erwiderte Mia.
Jonas sackte endgültig das Herz in die Hose.
"Ich will´s gar nicht wissen", piepste er mit ängstlicher Stimme.
"Ach, der kommt nie nach draußen und zudem wohnt unter ihm in der Wohnung unser Pastor, da traut sich der Satan nicht die Treppen runter.
Also, hast du Mut oder nicht?" forderte Mia Jonas heraus.
Das wollte Jonas nicht auf sich sitzen lassen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Pfarrhaus. Dort zeigte Mia auf das Dach und sagte: "Bitte, da steht SATAN!" Jonas merkte, wie sich seine Nackenhaare aufstellten. Gleichzeitig wurde ihm angst und bange bei dem Gedanken, dass dieser abscheuliche Typ vielleicht gleich aus der Haustür trat. Da schlug die Kirchenglocke zwölf Mal und Jonas sagte hastig: "Tschüss, Mia, ich muss leider jetzt Mittagessen, danke für´s Spielen."
"Bis bald", antwortete Mia. Still und nachdenklich saß Jonas am Mittagstisch.
Mama fragte: "Na, müde vom Fußball?"
"Ja", antwortete Jonas gedankenverloren. Er war sich immer noch nicht ganz sicher, ob Mia ihn hereingelegt hatte. Die Buchstaben auf dem Pfarrhaus hatte er sich aber gut gemerkt und schrieb sie nun mit einem Bleistift auf ein Blatt Papier. Um ganz sicher zu gehen zeigte er es Mama und fragte. "Was heißt das?"
"Satan", sagte Mama misstrauisch, "wo hast du das gesehen?"
"Ach, an einem Haus!" antwortete Jonas.
Mama fragte erstaunlicherweise nicht weiter nach. Sie dachte bestimmt, es handele sich um von Jugendlichen an eine Hauswand gesprühte Schmiererei. Dann wurde es immer später und Jonas dachte mit Grausen an die einsame Nacht in seinem dunklen Zimmer.
Er brauchte schon jetzt nur die Augen zu schließen und sah sofort die düsteren Gestalten aus dem Zeichentrickfilm vor sich.

Wie sollte es erst in der Nacht werden, allein, nur mit Wuffel, seinem Kuschelstoffhund, in seinem Bett, der ihm auch nicht helfen konnte, da er ja selber noch ziemlich klein war. Um 23.00 Uhr hielt Jonas es vor Angst nicht mehr aus und rief panisch nach Papa. Weinend beichtete er Papa die ganze Geschichte! Doch Papa nahm ihn in die Arme und sagte: "Ich glaube, du bist durch deine Angst bestraft genug und hast aus dieser Sache gelernt!" Das bejahte Jonas schluchzend.
Papa, der ungläubig, mit offenem Mund davon erfahren hatte, dass der Satan ausgerechnet im Pfarrhaus wohnte, ergriff erst einmal Sofortmaßnahmen, damit sein Jonas schlafen konnte.
"Bin gleich wieder da", sagte er. Der leuchtende Schlummerschlumpf aus Jonas Kleinkinderzeit kam in die Steckdose und kurze Zeit später kam Papa, mit einem Glas aus dem Keller das einen Schraubverschluss besaß, in Jonas Zimmer. Beschwörend murmelte er: "Alles Böse, groß und klein, schlüpfe in das Glas hinein, mit Jesus dreh den Deckel zu, dann geben die Dämonen Ruh!" Dann schraubte er das Glas blitzschnell zu.
"Alle drin, randvoll. Das bringe ich jetzt gleich noch zum Glassammelbehälter", sagte er dann und betrachtete interessiert das Glas von allen Seiten. Jonas war heilfroh und wollte nichts mehr von dem ganzen Spuk sehen. "So mein Sohn, jetzt schlaf gut und morgen fahren wir gemeinsam zum Pfarrhaus und ich beweise dir, dass es dort keinen Satan gibt!" waren die letzten Worte von Papa, als er den Raum verließ und die Tür schließen wollte. "Bitte Tür auflassen", rief Jonas.
"Na klar, mach ich", sagte Papa. Trotz alledem schlief Jonas in dieser Nacht nicht gut und war froh, dass das Schlummerlicht ihn tröstete und das sein Kuscheltier Wuffel bei ihm war, da er bei jedem kleinen Geräusch hoch schreckte. Papa hielt am nächsten Nachmittag sein Versprechen. Nach der Arbeit trank er eine Tasse Kaffee und machte sich dann mit Jonas auf den Weg zum Pfarrhaus.
Dort zeigte Jonas ängstlich zum Dach hinauf.
Tatsächlich, SAT-AN stand dort groß und fett auf einer Satellitenschüssel geschrieben.
Papa fing an zu lachen und konnte sich nicht mehr beruhigen.
Verständnislos schaute Jonas ihn an.
"Ach mein Jonas, ich lache dich nicht aus, aber weißt du, was das bedeutet? Das ist die Abkürzung des Firmennamens der Firma, die diese Satellitenschüssel hergestellt hat.
SAT-AN heißt einfach nur SATELLITEN-ANTENNE. Mia hat dich ganz schön reingelegt."
Das war Jonas völlig egal. Er war froh, dass sich das unheimliche Rätsel auf diese Art und Weise auflöste und dass sein Papa weder vor Satan noch vor Dämonen wich.
Nach der vorherigen halb durchwachten Nacht fiel Jonas abends wie ein Stein ins Bett und schlief fest und traumlos. Wer war schon Gornot gegen seinen Papa, den Dämonenjäger, der Jesus an seiner Seite hatte!

Autor: Hans-Georg Wigge



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