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Kindergeschichten / Gutenachtgeschichten mit Jonas

Inhalt

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Jonas übernachtet bei Oma und Opa




Von Freitag auf Samstag stand Jonas eine besondere Zeit des Verwöhnens bevor. Mama hatte Papa zum Geburtstag Eintrittskarten von einem Sänger geschenkt, den beide in ihrer Jugend verehrten. Jonas beobachtete einmal, dass Papa spontan ein Tänzchen mit Mama versuchte, als eine Platte von diesem Sänger im Radio lief. Dabei machte er ganz verliebte Augen und flüsterte Mama "weißt du noch" zu.
Ziemlich albern, fand Jonas. Aber dadurch, dass seine Eltern nun zum Konzert gingen, konnte Jonas zwei aufregende, schöne und leckere Verwöhntage mit dem Märchenopa und der Kuchenoma verbringen, denn niemand backte so leckere Kuchen wie Jonas´ Kuchenoma.
Der Märchenopa war wieder einmal viel früher da als vereinbart, weil er Jonas so gern hatte, dass er die Abholzeit kaum abwarten konnte.
Das war Jonas aber nur recht. Das Freizeitbad mit der Riesenrutsche, dem Strömungskanal, dem Wellenbad und den vielen Spielbecken stand auf dem Programm für den Nachmittag.
Oma hatte einen Korb mit Leckereien und Getränken eingepackt und kaum angekommen, machten sie sich auf den Weg ins Badevergnügen.
Damit die Fahrt nicht zu lang wurde, erzählte Opa gleich wieder Geschichten: "Hoffentlich erwischen wir heute nicht gerade den Bergauf-Tag!" sagte er. "Was ist ein Bergauf-Tag?" fragte Jonas.
"An einem Tag die Woche darf die Riesenrutsche im Erlebnisbad nur bergauf benutzt werden, damit sie sich nicht so einseitig abnutzt",
erzählte Opa, "aber noch mehr Pech hätten wir natürlich, wenn heute Wasserwechseltag wäre, an dem das Wasser des Erlebnisbades erneuert wird, denn dieses Bad bezieht das Wasser von einem besonders günstigem Anbieter, der es in 1 Liter Pfandflaschen liefert. Kannst du dir die Arbeit vorstellen?
Erst das ganze alte Wasser in die Flaschen füllen, dann das ganze neue Wasser wieder in die Bäder schütten. Wenn das ausgerechnet heute stattfindet, haben wir nicht viel vom Eintritt."
Oma schüttelte den Kopf. "So ein Quatsch", murmelte sie.
Jonas aber fand es lustig, sich dieses vorzustellen und lachte.
Die Fahrt war wie im Flug vergangen und schon bog Opa auf den Parkplatz des Bades ein. Als Oma, Opa und Jonas aus der Dusche kamen und sich eine gemütliche Ecke, für Ihr "Basislager," wie Opa sagte, suchten, wunderte sich Jonas über Opas hochmoderne hellblaue Badehose mit Gürtel und fragte Opa, ob er sich die extra neu gekauft habe.
"Ach die, sagte Opa, "die ist schon das dritte Mal in dreißig Jahren in Mode gekommen, die ist uralt."
Jetzt sah Jonas auch, warum Oma ihren Opa manchmal zärtlich "meine Mozartkugel" nannte. Opa hörte gerne klassische Musik und sah so halbnackt schon sehr einer Kugel mit Haaren ähnlich. Opa hingegen nannte Oma schon einmal "mein Donnerwölkchen", aber nur wenn dicke Luft im Anmarsch war. Oma hatte es sich im Liegestuhl mit ihrem Herz- und Schmerzblatt bequem gemacht. Opa und Jonas sausten los, um nicht die gerade beginnenden Wellen des Wellenbades zu verpassen. Sie tobten wie zwei kleine Kinder und Jonas freute sich, einen so lustigen Opa zu haben. Als sie zum zwanzigsten Male gerutscht waren und zwar alleine, zu zweit, rückwärts, vorwärts, auf dem Bauch, auf den Knien, besonders oft aber im Sitzen, entdeckte Jonas, als Opa vor ihm herging dass sich die Farbe von Opas Badehose hinten veränderte.
Das Hellblau war mit jedem Rutschen im Sitzen immer heller geworden und Jonas meinte erkennen zu können, wo sich die Grenze befand, an der sich Opas Popo in zwei Teile teilte.
Dann geschah es. Wieder einmal waren sie die Rutsche hintereinander im Sitzen hinuntergesaust. Jonas hinter Opa.
Der Stoff an Opas Badehose war vollständig verschwunden und wie ein kleiner Vollmond leuchtete Opas Popo hell im Sonnenlicht als er vor Jonas aus dem Becken stieg. Jonas traute sich nicht laut zu rufen.
"Opa", flüsterte er, "deine Hose, hinten."
Opa hatte irgendetwas hinter sich gehört und drehte sich um.
"Hast du was gesagt, Putzemännchen?" fragte er.
"Ja", sagte Jonas etwas lauter, "deine Hose ist hinten gar nicht mehr da."
Opa ließ sich sofort ins Becken zurückfallen.
Mit hochrotem Kopf sagte er: "Schnell, lauf zu Oma, sie soll dir das große Strandlaken geben!"
Jonas beeilte sich zwar, doch es dauerte eine Zeit, bis Oma sich aus dem Liegestuhl erhoben hatte, um das Handtuch aus der Tasche zu fischen, da die ihr vor kurzer Zeit neu eingesetzte Hüfte noch Probleme bereitete.
Wie ein Blitz sauste Opa aus dem Wasser und band sich das Strandlaken um die Hüften. "Schade, jetzt kann ich nicht mehr ins Wasser und muss im Restaurant den ganzen Nachmittag Hamburger essen und Cola trinken", sagte Opa, als sie zu Oma zurückkamen.
"Denkste, du Geizkragen, ab mit dir in die Erlebnisbadboutique und eine neue Hose gekauft, Jonas darf sie aussuchen", entgegnete Oma.
Fast alles konnte man hier bekommen und in der Boutique wurden neueste Bademoden angeboten.
Jonas und Opa machten sich auf den Weg. Die Verkäuferin fragte nach Opas Größe. "XX-Obelix," antwortete Opa. "Wie bitte", fragte die junge Dame nach. "Na, hoch mal breit und ziemlich groß", erklärte Opa.
Das Anprobieren der Badehosen wurde durch Opa mal wieder zum großen Spaß. Mit Blümchen, bis zum Knie, sehr eng, Opa musste alles anprobieren, bis Jonas die richtige Hose für ihn fand. "Die passt zu dir", sagte Jonas.
Danach machten sie noch zwei weitere Stunden das Spaßbad unsicher bis Opa stöhnte: "Ich kann nicht mehr, mir rieselt bald der Knochenkalk aus der Hose, wenn wir nicht aufhören."
Zum schönen Abschluss durfte Jonas, der eine Gemüse- und Salatfanatikerin als Mutter hatte und für den das deshalb etwas ganz besonderes war , noch einen Hamburger und eine große Portion Fritten mit Mayo verputzen. Da Oma und Opa sich ausnahmsweise auch einmal etwas gönnten machten sich die drei pappsatt auf den Heimweg.
Vom Toben war Jonas so müde, dass ihm nach einer halben Stunde Kinderkanal fast die Augen zufielen.
Zufrieden kuschelte sich Jonas im Gästezimmer unter das riesige Federbett, das fast so hoch wie lang und urgemütlich war.
Märchenopa las ihm noch eine Geschichte vor und betete mit Jonas, um Gott für den wunderschönen gemeinsam verbrachten Tag zu danken.
"Wer weiß, mein Putzemännchen, wie lange ich das noch mit dir tun kann", sagte Opa, als er das Licht löschte und Jonas meinte in Opas Augen zwei kleine Tränen blinken gesehen zu haben.
Kaum war die Tür zu, war Jonas schon eingeschlafen.
Mitten in der Nacht erwachte er von einem Poltern auf dem Dachboden.
Dann war es wieder still. Gerade als Jonas wieder anfing einzuschlummern polterte es erneut. Danach hörte es sich an als würde ein Tier mit hohem Tempo auf dem Dachboden Runden drehen. Von einer Seite zur anderen.
Nun bekam Jonas es doch mit der Angst zu tun.
"Opa!" rief er, "komm schnell."
"Jonaswachschutz, schon zur Stelle!" sagte Opa und salutierte an Jonas Bett, das heißt er grüßte, wie bei den Soldaten, mit der Hand an der Stirn.
"Was kann ich für dich tun, Putzemännchen", fragte Opa.
Jonas erzählte Opa, warum er ihn gerufen hatte.
Da schlug sich Opa mit der flachen Hand vor die Stirn.
"O Jonas, das tut mir leid, ich hatte vergessen dich zu warnen. Wir bekommen fast jede Nacht Besuch aus dem Wald. Ein Marder kontrolliert sein Revier und unser Dachboden gehört dazu.
In den frühen Morgenstunden verschwindet der Poltergeist aber wieder, also keine Angst und Ohropax", sagte Opa.
Dann verschwand er kurz und brachte Jonas zwei kleine Kügelchen aus Wachs mit einem lustigen flauschigen Fell überzogen. So diese Gehörgangswürmchen werden dir friedlichen Schlaf ermöglichen",
erklärte Opa und drückte Jonas die Kügelchen in die Ohren.
Jonas hörte nur noch seinen eigenen beruhigenden Puls und schlief bald ein. Das nächste Mal erwachte Jonas, weil er das Gefühl hatte, als säße etwas Kitzliges auf seinem Gesicht. Er nahm die Gehörgangswürmchen aus den Ohren und lauschte aufmerksam in die Stille. Auf dem Dachboden war es mittlerweile ruhig. Doch da hörte Jonas ein leises Summen in der Nähe seines Kopfes.
"O nein, Mücken", murmelte er und rief erneut nach Opa.
"Opa, Mückenalarm", rief er, so laut er konnte.
Opa kam seufzend ins Gästezimmer geschlurft.
"Wenn dich böse Träume schrecken und dich Nachtgeräusche wecken,
kommt der Opa flugs gesaust, damit es Nachtgespenstern graust!"
dichtete Opa. Jonas wurde auf einmal klar, von wem sein Papa den Spaß am Reimen hatte.
"Opa" sagte Jonas, "jetzt nerven mich die Mücken!"
"Kein Problem", antwortete er, "ich war in meiner Jugend ein gefürchteter Mückenjäger. Rund um den Globus erschauerten alle Mückenarten beim Nennen meines Namens."
Dann holte er seine Brille, machte das große Deckenlicht an und inspizierte die hellen Wände. Urplötzlich schlug er zu! Ein roter Flecken erschien an der Wand und an Opas Hand.
"Hab ich dich, du Quälgeist", sagte er.
Dann schaute er erst auf den Flecken an der Wand, danach begutachtete er den in seiner Hand. "Kein Wunder, dass ich die gekriegt habe.
Das war eine Marathonmücke, die im Gegensatz zur Spurtmücke langsam aber stetig fliegt und die man deswegen besser erwischt",
sagte Opa. Dann verließ er das Zimmer und Jonas konnte endlich tief und fest durchschlafen. Am Morgen holten Opa und Jonas noch gemeinsam Brötchen und Aufschnitt aus dem Supermarkt, während Oma den Frühstückstisch deckte. Manchmal sagte Oma liebevoll. "Opa ist mein großes Kind!"
Das stimmte und Jonas war froh darüber.
Wer hatte schon einen Opa, der ohne Rücksicht darauf, was die Leute von ihm dachten mit Jonas im Einkaufswagen durch die Gänge sauste.
Es war ihm egal, wenn die Nachbarn über ihn tuschelten, als er einmal zu Jonas Belustigung mit dem elektrischen Wackelhund von Jonas im Rondell Gassi ging. Oma hatte Recht: Sie waren halt ein großes und ein kleines Kind, wenn sie zusammen waren.
Als Jonas am Abend wieder in seinem Bett lag, dankte er Gott, dass er so tolle Großeltern hatte und bat ihn, sie noch recht lange leben zu lassen.

Autor: Hans-Georg Wigge



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