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Kindergeschichten / Gutenachtgeschichten mit Jonas

Inhalt

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Jonas, der Friseur




Jonas´ Mama hatte ihre beste Freundin zum Frühstück eingeladen und Jonas gebeten, sich um Laura, die Tochter ihrer Freundin, zu kümmern. "Damit wir mal in Ruhe klönen können, das machst du doch, mein herzallerliebster Jonas, oder?" hatte Mama ihn gefragt.
Wie hätte Jonas da nein sagen können?
Laura war genauso alt wie Jonas und demnächst gingen die beiden in eine Klasse. Nun hatte Jonas also den Salat oder besser gesagt, die Laura.
Was sollte er mit ihr spielen? Zu allem Unglück regnete es heute in Strömen. Das reduzierte die Möglichkeiten noch mehr.
"Was wollen wir machen?" fragte Jonas Laura.
"Hast du Puppen?" fragte Laura zurück.
"Nein", log Jonas und wurde etwas rot im Gesicht, denn das war eine glatte Lüge. Erstens besaß Jonas eine eigene Puppe und zweitens waren auch Samanthas zwei Puppen nach und nach, als sie älter wurde, in Jonas Besitz übergegangen. Als sein Freund Tim sich jedoch über einen Jungen lustig machte, den er mit Puppen spielen sah, beschloss Jonas, die Kiste mit dem Puppentrio gar nicht mehr auszupacken und sich ab sofort als zu alt zu betrachten, um noch mit Puppen zu spielen.
Jonas ging nicht näher auf das Thema ein und lenkte Laura mit der Frage ab, ob sie nicht Friseur spielen sollten.
"Oh ja, eine gute Idee", antwortete sie.
Jonas sauste los und holte aus dem Bad Schere, Kamm und Papa´s Akkuhaarschneidegerät. "Soll ich der Friseur sein oder möchtest lieber du?" erkundigte er sich bei Laura. "Erst du, dann ich", erwiderte sie.
Jonas band sich die alte Schürze von Oma um, die er sonst immer trug, wenn er mit Wasserfarben malte oder knetete oder beim Kochen half.
Dann machte er eine wichtige Miene und sagte: "Die Nächste bitte."
"Guten Tag", sagte Laura, "ich hätte gerne meine Haare ein wenig gekürzt, Trockenschnitt!"
"Sehr wohl, die Dame", antwortete Jonas. Das hatte er letztens aus einem "Sissi"-Film aufgeschnappt, als Mama den zum dreißigsten Male schaute.

Laura nahm auf dem Stuhl Platz, den Jonas ihr zurechtgerückt hatte. Sie hatte mittellanges, blondes Haar, welches Jonas nun bürstete, bis es anfing zu glänzen. "Soll ich hinten die Haare an den Spitzen ein ganz klein wenig in echt abschneiden?" fragte Jonas.
"Ja, das macht bestimmt mehr Spaß, aber nur ganz, ganz wenig, versprochen?" sagte Laura.
"Versprochen!" erwiderte Jonas.
Jonas überlegte, ob er die Schere nehmen sollte oder lieber den Akkuschneider, aber wie das meistens bei Jungen so ist: Sie lieben das Brummen von Motoren. Also den Akkuschneider angeworfen und frisch ans Werk. Langsam näherte Jonas sich auf der rechten hinteren Kopfseite Lauras Haaren. Ssssst, hatte die Maschine gnadenlos zugeschlagen und eine ordentliche Portion Haare weg geschnitten. Leider waren die Haare von Laura jetzt hinten rechts weitaus kürzer als links.
"Und", fragte Laura, "sieht´s gut aus?"
"Toll", antwortete Jonas, "ich muss jetzt nur noch ein kleines bisschen gerade schneiden!"
Dieses Mal peilte er die linke Kopfhälfte von Laura an.
Sssst, machte die Haarschneidemaschine und ein weiteres Büschel Haare landete auf dem Fußboden. Leider war nun die linke Hälfte der Haare an Lauras Hinterkopf kürzer als die rechte. Eifrig versuchte Jonas mit mehreren neuen Haarschneideversuchen eine einheitliche Länge hin zu bekommen. Das erschütternde Ergebnis war, das Laura bis zum Wirbel, der sich ziemlich hoch auf ihrem Hinterkopf befand, fast keine Haare mehr hatte. Nun ahnte Jonas, was ein Schock bewirken kann. Den bekam er, als ihm bewusst wurde, was er angerichtet hatte. Ihm wurde heiß und kalt und er war plötzlich kreidebleich.
Jetzt war guter Rat teuer. Natürlich fragte Laura ausgerechnet in diesem Moment: "Hast du einen Handspiegel, den du hinter mich halten kannst, damit ich im großen Spiegel den neuen Haarschnitt sehen kann?"
"Nein", antwortete Jonas, "ich habe sowieso keine Lust mehr, Friseur zu spielen. Komm, ich zeige dir mein Zwergkaninchen."
"Au, ja", antwortete Laura zu Jonas Erleichterung.
"Ist aber ziemlich kühl und regnerisch heute. Wir setzen mal lieber Kappen auf, damit wir uns nicht erkälten", sagte Jonas "und übrigens schenke ich dir die Kappe, die ist von Schalke 04 und Papa und Opa haben bei meinem letzten Geburtstag die gleiche Idee gehabt und mir beide eine Schalke-Kappe geschenkt, was soll ich aber mit zwei Stück!"
Laura freute sich sehr und setzte die Kappe sofort stolz auf ihren geschorenen Kopf. Auch Jonas setzte sein Käppi auf.
"Schau nur, unsere Zwillinge", sagte Mama kichernd als Jonas und Laura die Küche durchquerten. Fast eine Stunde spielten Jonas und Laura mit Nissel, dem zahmen Zwergkaninchen, dann wollte Lauras Mama aufbrechen…
Als sie los wollten, sagte sie: "Laura, du musst Jonas noch die Schalke-Kappe zurückgeben!"
"Ich habe zwei und die habe ich Laura geschenkt, die darf sie behalten", wandte Jonas ein. "Na", sagte Lauras Mutter, "du bist ja jetzt schon ein richtig kleiner Gentleman und wirst später bestimmt mal die Herzen der Mädchen brechen." Dabei kniff sie Jonas liebevoll in die Wange mit dem Grübchen. Wohl kaum, dachte Jonas und seufzte innerlich, als er sich vorstellte, was los sein würde, wenn Laura zu Hause die Kappe absetzte.
Laura und ihre Mama verabschiedeten sich herzlich und waren verschwunden. "Mama, " sagte Jonas kleinlaut, "ich muss dir was erzählen."
"Oh bitte, Jonas, ich habe völlig die Zeit aus den Augen verloren und muss noch soviel erledigen, hat das nicht Zeit bis später?" fragte Mama.
"Okay", antwortete Jonas und verzog sich auf sein Zimmer, um mit sich selbst Quartett zu spielen. Dann klingelte unten das Telefon.
Jonas hörte Mama immer wieder ungläubig nachfragen und sich entschuldigen. Dann rief sie zornig nach Jonas.
Bleibt nur noch zu sagen, dass Jonas mal wieder eine Woche auf "Wissen macht Ah" verzichten musste und seine Eltern Laura einen schicken Kurzhaarschnitt beim teuersten Friseur der Stadt bezahlten. Die Hälfte von Lauras Friseurbesuch musste Jonas von seinem Taschengeld dazulegen!

Autor: Hans-Georg Wigge



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