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Gesellschaftskritik und Gedanken zu aktuellen Dingen

Inhalt

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Scheidung


Was Gott zusammengefügt hat soll der Mensch nicht scheiden!

Zum Einstieg in das heutige Thema möchte ich mit einer Hochzeitspredigt von Martin Luther beginnen:

"Lass Deine Frau nun sein, wie sie will: Wie reich, wie schön, wie freundlich sie auch sein mag. Du wirst genug zu schaffen haben, dass Du solche Liebe und Freundschaft bewahrst. Denn es steht nicht in Deiner Hand. Dazu hast Du einen starken Feind, welcher heißt: der Teufel, der von Herzen gerne sieht, dass man im Hause knurrt und murrt, Stühle, Bänke und Tische umwirft, mit der Frau die Stube kehrt oder ihr eine Ohrfeige gibt. Für den Teufel ist das Musik in seinen Ohren. Da lacht er sich ins Fäustchen. Das ist ganz in seinem Sinne und das wollte er gerne, dass kein Mann bei seiner Frau bliebe, und dass keine Frau ihren Mann lieb hätte. Von einer anderen Seite her, wird Dich der Teufel mit der Lust anfechten. Denn so keusch wirst Du nicht sein (es sei denn Du hast eine besondere Gnadengabe von Gott) und so lieb wirst Du Deine Frau nicht immer haben, dass Du ihrer nicht müde wirst oder sogar eine andere noch lieber gewinnst. Ebenso wird Dich auch Deine Frau nicht immer so lieb haben, dass ihr nicht neben Dir noch ein anderer besser gefallen wird. Aber das behauptet doch bestimmt niemand, dass es in der Ehe ganz ohne Sünde abgeht. Sage mir nur einen Stand, in dem es ohne Sünde abgeht! - Dann dürfte ich nicht mehr predigen und der Stand des Predigers würde hinfallen.

Wenn Du aber mit Gottes Wort gerüstet und damit wie mit einer goldenen Krone und einem Purpurmantel bekleidet bist, so bist Du genug geschmückt. Dann wird Dir der Heilige Geist Gottes Wort gemäß sagen: Diese Frau ist Dir gegeben, diese und keine andere sollst Du zur Frau haben. Ebenso wird auch die Frau sagen: Dieser Mann ist mein. Diesen allein will ich ansehen und auf keinen anderen hören. Was ist aber, wenn Deine Frau knurrt und murrt und Du sagen wirst: Ja, hat mir denn der Henker zu dieser Frau verholfen? Mögen alle die, die mir zu ihr geraten und verholfen haben, dieses und jenes treffen! Ja, hätte ich nur jene genommen, die ist doch so lieb und die rechte Lust ist auch dabei, wie die Dichter sagen, dass die Liebe einen ganz verrückt macht. Darum sehe jeder zu, dass er bei seinem Ehepartner bleibt, den Gott ihm gegeben hat und dass ihm ein anderer nicht besser gefällt. Das wird Dir aber nicht gelingen als allein durch Gottes Wort und wenn Du es allein vor Augen hast und Dich stets darin erkennst wie in einem Spiegel. Dann wird Dein Ehebett reines Gold werden, Dein Tisch, Dein Zimmer, Dein Haus und alles an Deiner Frau wird zu reinem gediegenen Gold werden. Denn es ist Gottes Wort, welches zu Dir sagt: Du sollst ein Ehemann sein und Du, Frau, sollst Dich an Deinen Ehemann halten. So hat es Gott geordnet."



Ja, wie hat es denn Gott geordnet? Darüber scheinen die Ansichten, selbst im christlichen Lager auseinander zu gehen, zumal die Scheidungsquote auch hier beachtlich ist. Aus biblischer Sicht, und wie es auch von Jesus gesagt wurde, ist die Ehe auf die Lebenszeit angelegt und von daher grundsätzlich unauflöslich.

Allerdings ist es so, dass die in der Welt üblichen Sichtweisen, die in unserer Zeit dazu noch als ideal hingestellt werden, auch von Christen verinnerlicht werden, wozu dann auch theologische Aussagen und Auslegungen der Bibel beitragen. So war zu lesen, dass die strengen Worte Jesu, wonach der Ehebruch begeht, wer eine Geschiedene heiratet oder eine Frau begehrlich ansieht, aus der damaligen Situation gesehen werden müssten, wonach die Worte Jesu ein Aufruf zur Umkehr, an seine allzu scheidungsfreudigen Zeitgenossen, gewesen seien.

Danach seien die Frau damals rechtlos gewesen und konnten nach Belieben, mittels eines Scheidungsbriefes, jederzeit von ihrem Mann "entlassen" werden. Diese Scheidungs- und Wiederverheiratungspraxis, in der die Frau zur Ware wurde, sei in Jesu Augen verwerflich gewesen, daher seine harschen Worte.

Dieser Auffassung möchte ich mich allerdings nicht anschließen, obwohl sie ganz sicher etwas für sich hat. So, wie ich Jesus durch die Schrift kenne, waren seine Aussagen immer von grundsätzlicher bzw. absoluter Natur und reichten tiefer als nur der Anlass aus dem heraus die einzelnen Aussagen gemacht wurden.

Ich glaube, dass Martin Luther die Dinge zeitlos gültig erkannt hat.

Für das Scheitern eine Ehe gibt es viele Gründe und es gibt sicher Situationen, wo eine Scheidung, aus menschlicher Sicht, die einzig richtige Lösung ist. Deshalb sollten die "Frommen" auch niemanden verurteilen oder ausgrenzen, noch mit "guten Ratschlägen" "erschlagen" oder mit "Bußpredigten" zudröhnen. Ich maße mir auch kein Urteil über eine mögliche Wiederverheiratung an. Maßstab kann hier nur sein, ob die Beteiligten darüber ihren Frieden finden. Außenstehende können das nicht beurteilen.

Soviel wird man aber sicher sagen können:

Die Ehe ist auf Dauer angelegt und keine "Lebensabschnittsgemeinschaft", aus der man sich jederzeit verabschieden kann. Eine Scheidung ist immer ein Unglück, dass die Beteiligten stark belastet, oftmals bleibende Folgen und irreparable Schäden bewirkt, von denen sich manche nie mehr erholen.

Es gilt nach wie vor: Wer glücklich werden will, sollte nicht heiraten - glücklich machen, darauf kommt es an. In dem Augenblick, wo der Partner als der angesehen wird, der einen glücklich zu machen hat, wo nach der Devise gehandelt wird: Ich liebe Dich in dem Maße, wie Du mir gibst was ich brauche, stehen die Chancen schlecht, weil man sich dann von seinem Partner trennen wird, wenn er die emotionalen Erwartungen, die Glücksgefühle, nicht erfüllt. Da hört man dann die, in meinen Ohren mehr als dümmliche Begründung, "ich habe mich in einen/eine andere/n verliebt, deshalb muss ich mich scheiden lassen.

Tatsächlich geht es um viel mehr. Um gemeinsames Wachsen und Reifen und nicht zuletzt auch darum, dass man sich gegenseitig in den Himmel hineinhilft.

Möge es Gott schenken, dass wir auch im Bereich von Liebe und Ehe ein festes und beständiges Herz bekommen und behalten.



Als Quelle für meine Ausführungen verweise ich auf die Zeitschrift des "Weissen Kreuzes" Ausgabe II/2008


(Autor: Jörgen Bauer)



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