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Kindergeschichten / Gutenachtgeschichten mit Jonas

Inhalt

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Jonas Rache




Samantha nervte Jonas schon den ganzen Tag. Sie hatte das große Glück am nächsten Tag mit dem Handballteam ihres alten Dorfvereines drei Wochen in ein Zeltlager nach Dänemark zu fahren. Ihr früherer Trainer fuhr mit dem Kleinbus extra eine Route, die die Kleinstadt in der Nähe von Samanthas neuem Wohnort streifte. Jedes Mal, wenn sie Jonas nun begegnete, flüsterte sie leise: "Balkonien hihi", um Jonas zu ärgern, da er wegen fehlendem Geld und fehlender Zeit seiner Eltern in diesem Jahr die Sommerferien zu Hause auf dem Balkon, wie man sagte, wenn man nicht wegfuhr, verbringen musste. Alleine wollten ihn Mama und Papa noch nirgendwo hinschicken. Im Laufe des Tages war Jonas immer wütender geworden. "Rache ist süß", flüsterte er ihr bei der nächsten Begegnung zu, doch sie zog nur eine hässliche Grimasse.
Sam mochte für ihr Leben gern den ekligen Erdbeerjoghurt mit schleimigen Stücken drin. Jonas fand ihn eher zum Würgen.


Aufmerksam hatte er beobachtet wie Samantha diesen Joghurt jeden Abend etwa eine halbe Minute lang kräftig schüttelte um die Erdbeerstückchen und die süße Sauce auf dem Grund des Bechers, in der die Stücke schwammen, besser zu verteilen. Jonas entfernte am
Nachmittag vorsichtig den aus hauchdünnem Aluminiumpapier bestehenden Deckel, schmierte den Rand des Joghurtbechers mit etwas Honig ein und drückte den Deckel wieder leicht an. Perfekt, dachte er, als er sein Werk betrachtete, der Becher sah völlig unbeschädigt aus.
Nach dem Abendessen nahm Samantha, deren Stuhl mit dem Rücken zum Erkerfenster stand, den Becher in die Hand, holte etwas Schwung und wollte mit dem Schütteln des Joghurtbechers beginnen. Doch schon bei der ersten Rückwärtsbewegung klatschte der gesamte Becherinhalt an das Erkerfenster, wo er beim Herabfließen eine Schleimspur wie von einer Erdbeerjoghurtschnecke hinterließ.
Verblüfft schauten Mama und Papa und vorsichtshalber auch Jonas dem Schauspiel zu. "Fabrikationsfehler", sagte Samantha seelenruhig und trat Jonas unter dem Tisch mit ziemlicher Wut gegen das Schienbein, da sie ahnte, wem sie dieses Missgeschick zu verdanken hatte. Jonas verzog trotz der Schmerzen keine Miene. Am Abend, als Jonas ins Bett ging, begegnete er Samantha noch einmal auf dem Flur. Eigentlich drängte es ihn, sich von Samantha zu verabschieden, denn immerhin sah er sie drei Wochen nicht. Doch als Samantha ihm bei ihrer abendlichen Begegnung die Zunge herausstreckte, sagte Jonas: "Du brauchst mir auch keine Karte zu schicken. Ich bin froh, dass du weg bist und ich dich einige Wochen nicht ertragen muss."
"Hätte ich sowieso nicht gemacht, du kleiner Fruchtzwerg", antwortete Samantha.
Doch Jonas konnte nicht einschlafen. Was, wenn Samantha etwas zustieße und er sie zum letzten Mal sehen würde?
Jonas ging auf den Flur und sagte durch die einen Spalt breit geöffnete Tür: "Tschüss, Sam, viel Spaß!"
"Tschüss, ich verzeihe dir den Joghurtanschlag und werde dir auch eine Karte schicken", klang es versöhnlich aus Samanthas Bett.
Erst da konnte Jonas einschlafen. Papa hatte wieder einmal Recht:
"Lasse nie die Sonne über deinem Zorn untergehen, steht in der Bibel", hatte er mal zu Jonas gesagt.

Autor: Hans-Georg Wigge



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