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Kindergeschichten / Gutenachtgeschichten mit Jonas

Inhalt

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Jonas und sein Schutzengel




Sonnenstrahlen kitzelten Jonas an diesem Ferientagmorgen in der Nase und weckten ihn. Es sah aus, als würde auch dieser Tag wieder ein wunderschöner Sommertag werden.
Jonas überlegte, welcher Wochentag war…Dienstag! Sofort spürte er ein freudiges Kribbeln in seinem Magen. Heute stand ein tolles Fußballspiel auf dem Bolzplatz gegen einige Mädchen und Jungen der Edith- Stein-Straße auf dem Programm.
Jonas drehte den Kopf zur Seite, um auf den Wecker zu schauen und bekam einen gehörigen Schreck. Um 11.00 Uhr war Anstoß und der neue Wecker zeigte bereits 10.15 Uhr. Jonas hatte noch nicht einmal gefrühstückt. Jetzt aber raus aus den Federn, dachte er und ließ diesem
Gedanken eine schnelle Katzenwäsche folgen. Im Eiltempo sauste er die Treppe hinunter, um eine Tasse Kakao und ein Brot zu frühstücken.
In diesem Augenblick kam Mama, die bereits den Einkauf erledigt hatte, zur Tür herein. Mühsam wuchtete sie den schweren Korb mit Lebensmitteln auf den Küchentisch.
Vorwurfsvoll sagte Jonas: "Warum hast du mich heute nicht früher geweckt?" denn sonst schmiss Mama ihn jeden morgen in den Ferien um 09.30 Uhr aus dem Bett, damit er abends besser einschlafen konnte.
"Mein lieber Jonas", antwortete Mama, "seit Tagen liegst du mir damit in den Ohren, dass du in den Ferien, bevor du in die neue Schule kommst, an einem Tag einmal so lange schlafen möchtest, wie du kannst! Dieser Wunsch wurde dir heute von deiner hilfsbereiten Mama erfüllt. Fragen?"
"Ausgerechnet heute, wo ich einen so wichtigen Termin habe", sagte Jonas. "Was ist denn dass für ein wichtiger Termin?" fragte Mama.
"Wir spielen um 11.00 Uhr gegen die Mädels und Jungen der Edith-Stein-Straße, diese Angeber.
Denen werden wir es heute mal so richtig zeigen!" ereiferte sich Jonas mit einem Blick zur Uhr, die bereits 10.35 Uhr anzeigte. "Wie wäre es denn, wenn du mir in der Zukunft einen solchen wichtigen Termin am Abend vorher ankündigst", sagte Mama. Doch Jonas war mit seinen Gedanken bereits woanders. Wenn er sich jetzt sofort mit dem Fahrrad auf den Weg machte, konnte er gerade noch rechtzeitig zum Anstoß auf dem Bolzplatz sein. Flugs zog er seine Sportschuhe an, setzte den Fahrradhelm auf und wollte zur Tür hinaus.
Da fing ihn Mama ab, die aus dem Keller kam: "Stop, du fährst nicht eher zum Bolzplatz, bis du umfassend dein Zwergkaninchen versorgt hast, das heißt frisches Wasser, frisches Pressfutter und etwas von den Gemüseabfällen, die Flunkeropa gebracht hat. Haben wir uns verstanden?" Das warf Jonas Zeitplan komplett über den Haufen.
"Mache ich sofort wenn ich zurückkomme!" rief er hektisch.
"Nein, mein Freund, erst die Arbeit, dann das Spiel!" lautete Mamas Antwort. Jonas wusste, dass es völlig zwecklos war, mit Mama zu diskutieren. Das würde nur noch mehr Zeitverlust bedeuten.
"Ich habe nun einmal feste Prinzipien!" war ihr liebster Spruch, welcher jeder Diskussion mit ihr den Schlusspunkt verpasste.
Genau dieser Satz kam nun und Jonas sah ein, dass das letzte Wort gesprochen war.
Seufzend, mit bitterbösen Gedanken und wütendem Gesicht machte er sich auf den Weg zum Zwergkaninchenstall. Das Vorhaben, passend zum Anstoß auf dem Bolzplatz zu sein, war erledigt. Selbst sein lustig schnupperndes und ihn freudig empfangendes Zwergkaninchen Nissel konnte seine schlechte Laune nicht verbessern.
Gegen 11.00 Uhr macht sich Jonas dann auf den Weg zum Bolzplatz.
Schon von weitem sah er auf dem Radweg, der zum Bolzplatz führte, Blaulichter leuchten und eine große Menschenansammlung.
Unter den vielen Neugierigen entdeckte er auch sein komplettes Fußballteam.
Mario, einer der älteren Jungen, lief ihm aufgeregt entgegen und erzählte ihm, dass sie sich bereits beim Aufwärmen befanden, als plötzlich 20 Meter von ihnen entfernt ein Fahrzeug der Stadt durch die Hecke fuhr, ein Stück weit über den Radweg raste und mit einem lauten Knall vor einer dicken Eiche zum stehen kam. Der Fahrer des mit Grünabfällen aus dem Park beladenen Bullis hatte einen Herzanfall bekommen und die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Gott sei Dank war gerade niemand auf dem Fußgänger- und Fahrradweg unterwegs, so dass ein größeres Unglück verhindert wurde. Auch der Rettungswagen war schnell zugegen und dem Fahrer des Bullis ging es soweit schon wieder ganz gut. Er hatte in jeder Beziehung großes Glück gehabt.
Zwar war auch das Räumen der Unfallstelle noch sehr interessant, aber richtige Fußballer drängt es zum Ball.
So kam Jonas doch noch passend zum Anstoß. Das Spiel war sehr spannend und stand bis zur letzten Minute 2:2 unentschieden, als Jonas eine 100% Torchance versiebte. Ein abschließendes 7 Meterschießen musste die Entscheidung bringen. Dort hatten die Mädchen und Jungen der Edith-Stein-Straße die besseren Nerven und gewannen mit 11:10.
Enttäuscht machte sich Jonas auf den Heimweg und kam dabei noch einmal an der Unfallstelle vorbei, an der die Räumungsarbeiten fast abgeschlossen waren. Polizisten fuhren mit kleinen Handrädern hin und her und städtische Angestellte säuberten den Radweg von Glas- und Metallteilchen. Am Mittagstisch kam Jonas vor lauter erzählen kaum zum essen. Aufgeregt erzählte er von dem Unfall und den Aufräumarbeiten. "Gut, dass niemand zu Schaden gekommen ist", sagte Mama. Abends, als Jonas im Bett lag dachte er über den vergangen Tag nach. Plötzlich saß er aufrecht im Bett. Ihm war siedendheiß eingefallen, wenn Mama ihn nicht gezwungen hätte sein Zwergkaninchen zu versorgen, bevor er zum Bolzplatz fuhr, wäre er vielleicht genau zu dem Zeitpunkt mit seinem Fahrrad über den Radweg gefahren, als der Bullifahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.
Dass das nicht geschah hatte er vielleicht Mama zu verdanken.
Schlagartig taten ihm seine bösen Gedanken und geflüsterten garstigen Worte leid und er brachte seine Schuld im Abendgebet zu Jesus. Aber er war so wütend auf Mama gewesen, dass er fast geplatzt wäre.
Selbst auf der Fahrt hatte er noch immer innerlich mit ihr geschimpft.
"Einen Engel erkennt man immer erst, wenn er vorübergegangen ist", hatte Papa mal gesagt. Jetzt wurde Jonas klar, was Papa damit meinte und was ein Schutzengel war. Beim nächsten Mal, wenn Mama in der Badewanne sitzt, werde ich
nachschauen, ob Mama vielleicht kleine Flügel auf dem Rücken hat, dachte Jonas, bevor er glücklich einschlief… trotz der Niederlage gegen die Edith-Stein-Straße.

Autor: Hans-Georg Wigge



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