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Kindergeschichten / Gutenachtgeschichten mit Jonas

Inhalt

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Jonas und die Blümlein Gottes




Mama und Jonas saßen gemütlich am Frühstückstisch, als vor dem gegenüberliegenden Haus ein Kleinbus hielt und einmal kurz hupte.
Schon öffnete sich die Tür und Sarah kam heraus, winkte noch einmal ihrer Mutter zu, stieg in den Bus ein und weg war sie.
Schon oft hatte Jonas diese morgendliche Prozedur beobachtet.
Jonas wusste nur, dass die junge Frau Sarah hieß und sehr nett zu ihm war. Immer lächelte sie ihn an und winkte schon von weitem, wenn sie Jonas irgendwo begegnete. Irgendwie sah Sarah zwar fremd aus und als sie Jonas einmal ein freundliches "Guten Morgen" entgegen rief, musste Jonas sich sehr konzentrieren, um sie zu verstehen.
Jonas fand Sarah toll. Da Erwachsene aber sehr selten kleine Jungs anlächeln oder ihnen gar schon von weitem zuwinken, fragte Jonas seine Mama, ob ihr aufgefallen sei, dass Sarah immer so nett war.
"Das hat einen bestimmten Grund", sagte Mama, " Sarah hat das Down-Syndrom, das heißt, sie kann nicht alles tun, was ein nicht eingeschränkter Mensch kann. Sie ist vielleicht auf Grund der Einschränkung etwas langsamer oder etwas ungeschickter, dafür hat sie aber viele Gaben, die das mehr als ausgleichen. Eine davon ist halt, dass sie zu jedem Lebewesen nett und freundlich ist. Das ist dir ja schon aufgefallen."
"Was ist denn dann anders bei Sarah?" fragte Jonas. "Eigentlich gar nicht so viel, Sarah ist ein Wunder, wie jeder Mensch, wie du und ich. Einmalig, unverwechselbar, von Gott geliebt. Ihre Mutter hat mir gesagt, dass sie viele Dinge nicht sofort oder überhaupt nicht versteht, viele Dinge aber besser als andere Menschen und zwar mit dem Herzen. Sie ist halt anders begabt als du oder ich…
Sie gibt aber immer ihr Bestes und was kann man mehr geben.
Es gibt aber auch Menschen, die Sarah anstarren oder sie grundlos bemitleiden oder sich gar über sie lustig machen", erklärte Mama weiter.
"Aber das liegt daran, dass diese Menschen verunsichert sind, wenn sie auf etwas treffen, was anders ist als sie selbst. Einige sind durch Krankheiten oder Unfälle selbst irgendwann einmal eingeschränkt und sehen dann alles mit anderen Augen.
Ich persönlich finde es gerade spannend, anders zu sein als die Norm",
sagte Jonas´ Mama. "Was heißt denn das?" fragte Jonas nach.
"Zum Beispiel wird Sarah nie der Chef einer Firma werden können oder sonst etwas, was uns so genannten normalen Menschen wichtig ist und manchmal, wenn ich sehe, wie sich Menschen wegen unnützen Dingen abhetzen oder das Leben schwer oder sogar gegenseitig zur Hölle machen, denke ich, wer ist denn hier eigentlich behindert?
Sarah hat alle Voraussetzungen, ein normales Leben in ihren Grenzen zu führen. Wie fändest du es, Jonas, wenn man dich nicht beachtete, hinter deinem Rücken über dich tuschelte, sich im Bus nicht neben dich setzen würde, nicht zurücklächeln würde, wenn du jemand freundlich anlächeltest, dich einfach duzen würde, trotzdem du schon erwachsen wärest. Leider behandeln viele Leute Menschen wie Sarah so.
Dabei will sie nur ganz normal wie jeder behandelt werden.
Jonas schaute Mama mit großen Augen höchst interessiert an.
"Aber Sarah ist doch schon erwachsen, warum wohnt sie noch bei ihren Eltern?"
"Das tun doch auch viele andere junge Menschen, Jonas",
erklärte Mama, "aber irgendwann wird Sarah in eine Wohnung ziehen, in dem sie mit nicht eingeschränkten Menschen lebt, die ihr bei dem helfen, was sie nicht kann. Dort wird sie so selbst bestimmt und selbstständig leben, wie es ihre Einschränkungen zulassen.
Wir können ja auch nur das, was uns liegt und das ist gar nicht so viel mehr als Sarah kann.
Freundlichkeit, Liebe, Lebensfreude, Aufeinander zu gehen,
das zeichnet besonders Menschen mit Down-Syndrom aus, deshalb hat sie einmal ein Arzt die "Blümlein Gottes" genannt. Natürlich haben auch die Blümlein Gottes ab und zu Dornen, so wie du und ich, aber die Welt wäre besser und friedlicher, wenn alle Menschen so miteinander umgingen. So, jetzt muss ich aber einkaufen, sonst läuft mir die Zeit davon!" sagte Jonas Mutter.
Als Mama weg war, schlürfte Jonas nachdenklich seinen Kakao und sann über das eben Gehörte nach. Alles hatte er nicht so richtig verstanden. Er wollte seine Mama aber nicht aufhalten, da ihr ja die Zeit davonlief, doch eines hatte er gut verstanden und fand es toll ausgedrückt:
Blümlein Gottes! Ja, das passte, dachte Jonas, als er sich Sarah´s liebes Gesicht in Gedanken vorstellte.

Autor: Hans-Georg Wigge



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